Auf ein Wort

„Für was ich am Morgen schon zu danken habe?“ wurde Herr ZETT gefragt.

„Ich danke für Regen und Sonne,

für den Milchmann und den Bäcker,

die Zeitungsfrau und den Frühaufsteher im Wasserwerk …“

„Da kommen Sie ja zu gar keinem Ende, Mann!“

„Eben“, sagte Herr ZETT. „Deshalb danke ich ja.“

                                                                                                             Quelle: Kurtmartin Margiera

Das „Danke“-Lied ist ein sehr häufig gesungenes in unserem Evangelischen Gesangbuch (Nr. 334). Auch in diesem Text werden viele Gründe zum Danken aufgezählt – nicht alles passt für alle, aber für jede und jeden ist etwas dabei.

Danken und denken gehören zusammen – rein sprachlich haben sie eine gemeinsame Wurzel.

Es ist nichts Neues, dass wir uns und vieles von dem, was wir erleben, ver-danken – dass es nicht aus uns selbst kommt, sondern von außen, durch das Tun anderer Menschen. Und alle Jahre wieder erinnert auch der Brückenschlag in seiner Herbstausgabe daran.

Und genau so wenig neu ist die andere Seite von Erntedank: die letzten heißen Sommer, die Sorge um den Klimawandel, die Fragen nach gesunden Lebensmitteln und der immer noch viel zu große Unterschied zwischen Arm und Reich auf unserer Erde. (Nicht zu vergessen: Das jeweils eigene Lasten- und Sorgen- und Angst-Paket.)

So habe ich oft ein „Aber“ im Hinterkopf, das meine Freude und meine Dankbarkeit direkt wieder dämpft.

Der christliche Liedermacher Manfred Siebald schreibt:

„Dass ich hier lebe, hier, wo das Brot ist

und nicht da draußen, wo grade Not ist,

das hat mich oft geplagt. Ist das nicht ungerecht:

Warum geht mir’s so gut, warum den andern schlecht?“

Auch Menschen, die an Gott glauben, stellen sich also diese Fragen. Auch Christen leben in dieser Spannung.

Vielleicht erleben sie sie anders, weil sie in Gott einen Ansprechpartner haben, jemanden, dem sie vertrauen und zutrauen, dass er diese Spannung auflösen kann.

Vielleicht erleben sie sie aber auch anders, weil gerade dieses Vertrauen sie in Unruhe und Ungeduld versetzt, sie dringender nach dem eigenen Handeln fragen lässt.

Manfred Siebald hat für sich eine Antwort gefunden. Sie löst die Spannung nicht auf, zeigt aber einen Weg, der Vertrauen und Handeln miteinander verbindet:

„Dass ich hier lebe und hier geboren bin,

bei Gott hat alles das schon lange seinen Sinn.

Er schüttet nicht umsonst mir meine Hände voll,

er gibt mir das, was ich für ihn verteilen soll.

Was ich tun kann, will ich tun, geben, was ich kann.

Gott macht mir die Augen auf, zeigt mir wo und wann.“

Herzlich grüßt Sie

Ihre Pastorin

S. Dremel-Malitte

 

 

 

 

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