Auf ein Wort

„Der aller Schönheit Meister ist,

hat das alles geschaffen.“

(Weisheit Salomos 13,3)

 

Dieses schöne Wort aus den Weisheiten des Predigers Salomo kam mir in den Sinn, als ich unser Titelbild sah.

Ich merke, dass mich große Freude erfüllt, wenn ich Bilder, wie dieses sehe, oder wenn ich mir in dieser Sommerzeit unsere Gärten oder einfach die Natur ansehe. Alles ist im Überfluss vorhanden. Farben, Düfte, alles in unglaublicher Vielfalt. Da kann einem doch vor Freude das Herz überfließen.

Und die Losung für den Monat Juli ist wie geschaffen dafür: „Freut euch in dem Herrn.“ (Philipper 3,1) In Gedanken möchte man fast noch ergänzen: „Und abermals sage ich euch: Freut euch!“ So wird nämlich am 4. Advent auf die bevorstehende Weihnachtsfreude hingewiesen.

Jetzt mitten im Sommer kommt mir dieser Aufruf zur Freude, zur „Freude im Herrn“, fast schon selbstverständlich vor. Aber andererseits: ob nun im Winter zur Weihnachtszeit oder im Sommer zur Urlaubszeit, eigentlich gibt es doch gar keine besondere Jahreszeit, keinen besonderen Jahrestag, der nicht Anlass zur „Freude im Herrn“ sein könnte, wenn denn für mich ein innerer Grund zur Freude besteht.

Doch Freude, liebe Gemeinde, kann man nicht einfordern oder gar befehlen.

Freude ist ein Geschenk. Selbst Paulus, der uns diesen Spruch auf unseren christlichen Weg mitgegeben hat, war sich dieser Freude im Herrn auch nicht immer und zu jeder Zeit sicher. Auch er hat immer wieder mit sich und um diese Freude gerungen. Es gibt nun mal unterschiedliche Zeiten in unserem Leben. Da gibt es die Zeit in der wirklich tiefe, innere Freude in mir ist, in der ich mich ganz fest und sicher mit Gott verbunden und aufgehoben fühle, dann ist auch die Freude am Herrn ganz echt, sitzt tief in mir und muss mir nicht von außen befohlen werden. Aber es ist eben nicht immer so. Es gibt eben auch Zeiten, in denen sorge ich mich, und zwar nicht, wie ich mir meine Freude erhalte, sondern da sorge ich mich um ganz alltägliche Dinge: um meine Familie, die Gesundheit, die Arbeit, meine Gemeinde und ich weiß nicht was noch. Da ist es dann schwer mit meiner inneren Freude und da versteckt sie sich manchmal schon sehr. Was soll ich – kann ich – dann tun?

Ich versuche dann immer mich an all das Schöne zu erinnern, was ich in meinem Leben schon erlebt habe, was mir schon geschenkt worden ist. Gute und erfüllende Begegnungen mit lieben Menschen, schöne Erlebnisse – ein besonders schöner Urlaubstag vielleicht – und ich erinnere mich dann an all das, was mir schon gelungen ist in meinem Leben und dann spüre ich, dass sie dann auch ganz vorsichtig und leise wieder in mir Raum gewinnt: meine Freude. Ohne Ermahnung, Aufforderung oder gar Befehl, wie von selbst, also von Gott geschenkt, dem Ursprung meiner Lebensfreude. Zur kalten Weihnachtszeit und im warmen Sommerurlaub.

Möge diese Freude Sie, liebe Gemeinde, auf allen Ihren Wegen begleiten.

Seien Sie alle ganz herzlich Gott anbefohlen. Mit lieben Grüßen für eine fröhliche Sommer- und Urlaubszeit

Ihre

D. Uhrhan-Holzmüller

 

 

 

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