Auf ein Wort

 

Wie lieblich ist der Maien aus lauter Gottesgüt

des sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht

die Tier sieht man jetzt springen mit Lust auf grüner Weid,

die Vöglein hört man singen, die loben Gott mit Freud

 

An genau dieses Lied „Wie lieblich ist der Maien“, musste ich sofort denken, als ich dieses wunderschöne, herrlich bunt blühende Bild sah.

Vielleicht ging es Ihnen, liebe Gemeinde, ganz ähnlich. Ich glaube ganz besonders nach dieser langen und kalten Zeit, sehnt man sich nach Farben und Wärme. Mir jedenfalls, geht das so. Wie herrlich ist es dann, wenn man den ersten, noch sehr zarten, grünen Hauch auf der braunen Erde sehen kann. Und wenn man erst einmal genau hingesehen hat, dann fällt einem immer mehr ins Auge. Was spürt man dann auf einmal für eine große Freude in seinem Innersten. Endlich: Das Leben kommt zurück.

So, oder ganz ähnlich hat es vielleicht auch der Lieddichter Martin Behm empfunden, als er dieses Lied komponiert hat. Er ist Pfarrer in seiner Heimatstadt, in der er auch geboren ist, in Lauban in der Oberlausitz. Er war gerade erst 33 Jahre, und auch noch nicht lange Gemeindepfarrer, als seine Gemeinde nach einer furchtbaren Dürrekatastrophe, eine Hungersnot in einem furchtbar strengen und kalten Winter erleben muss. Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug gewesen, kam dazu dann auch noch ein Erdbeben. Und dann endlich kommt der Frühling und damit auch der Regen. Die Bäume beginnen wieder zu blühen. Das Leben kommt wieder.

Man kann die Dankbarkeit und die Freude aus seinen Liedzeilen förmlich spüren: „Wie lieblich ist der Maien aus lauter Gottesgüt.“ Und voller Lob dichtet er weiter: „Herr, dir sei Lob und Ehre, für solche Gaben dein!“ Doch er weiß eben auch, wie zerbrechlich und auf keinen Fall selbstverständlich dieses Gottesgeschenk ist. Denn so schreibt er weiter: „Drum wollst du von uns wenden Mehltau, Frost, Reif und Schloß.“

Und im Rückblick auf diese furchtbare Zeit, die dunklen Tage der erlebten Not und Bitterkeit, die die Gemeinde überstanden hat, bittet er schließlich auch für seinen Geist und für seine Arbeit: „Herr, lass die Sonne blicken ins finstre Herze mein.“ Und in der letzten Strophe dann: „Mein Arbeit hilf vollbringen zu Lob dem Namen dein und lass mir wohl gelingen, im Geist fruchtbar zu sein.“

Ich freue mich schon darauf, dieses schöne Lied bald wieder in unseren Gottesdiensten zu singen. Und mit dem Blick auf den Hintergrund dieses Liedes, singen wir es vielleicht noch fröhlicher und voller Dankbarkeit.

Mit herzlichen Grüßen und der Vorfreude auf einen – hoffentlich- wunderschönen Mai, seien Sie Gott anbefohlen.

Ihre Daniela Uhrhan-Holzmüller