Auf ein Wort

Schade, dass die Sonnenblumen einen nicht angucken“, so ein erster Kommentar zu dem Bild, das wir im Redaktionsteam dann doch als Titelbild ausgesucht haben, weil es so viele Facetten vom Sommer darstellt und die Sonnenblumen nur ein Teil davon sind: Wolken, Regenbogen, Ernte auf den Feldern.

Es stimmt, die Sonnenblumen schauen nicht uns an. Sie sind auf etwas Größeres hin orientiert.

Tournesol, so heißt die Sonnenblume im Französischen: „die sich zur Sonne dreht“. Sonnenblumen richten sich – zumindest in ihrer Entwicklungsphase – immer nach der Sonne aus; im Lauf des Tages wandern die Blüten mit der Sonne mit. Sie nehmen so viel Licht und Wärme auf, wie es nur geht, sie wachsen und reifen in dieser Ausrichtung.

Wie wichtig Licht und Wärme auch für uns Menschen sind, das wissen wir alle. Wer zu wenig Tageslicht bekommt, kann krank werden durch Vitamin-D-Mangel. Viele von uns machen die Erfahrung, dass an Regentagen (so nötig für die Natur sie auch immer wieder sind) die Seele länger braucht, um Freude zu finden.

Ein Sprichwort aus Afrika sagt: „Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.“ Die Schatten bleiben. Sie begleiten mich weiterhin, aber sie sind nicht mehr in meinem Blickfeld. Ich kann mich anders, neu orientieren.

In der Bibel wird Gottes Wesen und seine Zuwendung oft mit Bildern von Licht, Sonne und Wärme beschrieben – z.B. in Psalm 84, 11: „Gott der HERR ist Sonne und Schild“ oder auch in den bekannten Worten des aaronitischen Segens: „Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten …“ (4. Mose, 6,25). „Ich bin das Licht der Welt“, sagt Jesus, „wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12.)

Ausgerichtet auf dieses Licht, können wir daraus leben, Wärme und Kraft gewinnen in allem, was uns begegnet. Um so mehr, wenn wir wie die Sonnenblumen beieinander stehen in Gemeinschaft, Gleichgesinnte zur Seite haben als Gemeinde. Und wir können das Licht weitergeben an unsere Nächsten und Ferneren. Das haben wir den Sonnenblumen voraus.

Herzlich grüßt Sie und euch

Susanne Dremel-Malitte